Abfall- und Ressourcenwirtschaft

ASZ-Strategie des Landes Steiermark im Überblick

Altstoffsammelzentren sind ein unverzichtbarer Bestandteil der steirischen Abfallwirtschaft. Sie bieten der Bevölkerung die Möglichkeit ihre Alt- und Problemstoffe umweltgerecht zu entsorgen.

Ressourcenparks sind Altstoffsammelzentren, die über eine moderne technische Ausstattung, über großzügige Lager- und Manipulationsflächen mit hoher Sortiertiefe verfügen und einer professionellen und kundenorientierten Betriebsführung unterliegen. Generell soll ein steiermarkweit einheitliches Erscheinungsbild der Ressourcenparks die Erkennbarkeit erhöhen und die neue Professionalität widerspiegeln. Die Möglichkeit, ohne zusätzliche Kosten die getrennt gesammelten Fraktionen hier abzugeben, ist eine der wesentlichen Voraussetzungen für eine Steigerung der Trennquote. Genauso wichtig ist es aber auch, noch brauchbare Gegenstände, teilweise auch neuwertige, wieder im Sinne ihres ursprünglichen Zweckes weiter zu verwenden (Re-Use). 

Darüber hinaus soll die Aufenthaltsqualität im ASZ erhöht werden. Der Ressourcenpark ist konzipiert als ein Ort der Begegnung, er soll Raum bieten für Bewusstseinsbildung, Umwelt- und Abfallberatung, Stöbern im Re-use-Shop und Mitmachen bei diversen Aktivitäten wie z.B. einem Reparatur-Cafe. 

Zur zielgerichteten Weiterentwicklung der ASZ-Struktur des Jahres 2015 wurden Kriterien für die Standortwahl, Ausstattung, Kundenorientierung und Sortiertiefe neu festgelegt. Die Mindeststandards sind nachfolgend aufgelistet.

Kooperation und Logistik:

  • Mindestens ein Ressourcenpark pro AWV-Verbandsgebiet in gemeindeübergreifender Kooperation auf Grundlage eines verbandsweiten Konzeptes
  • zusätzlich möglichst ASZ- bzw. verbandsübergreifende Kooperationen zur logistischen Optimierung

Standortwahl und Einzugsgebiet: 

  • Einzugsgebiet mindestens 20.000 EW pro Ressourcenpark
  • je nach Einwohnerzahl und Topographie eines Verbandsgebietes können zusätzlich drei bis fünf Ressourcenparks bzw. kleinere logistisch angebundene ASZ ("Satelliten-ASZ") erforderlich sein
  • verkehrsgünstige Lage mit einer Erreichbarkeit in max. 20 Minuten für 98 % der Bevölkerung

Öffnungszeiten, Zugänglichkeit:

  • Mindestens an fünf Tagen in der Woche mit mindestens einem Öffnungstag am Wochenende bzw. entsprechenden Abendöffnungszeiten unter der Woche
  • keine zusätzlichen Gebühren für die Abgabe von Siedlungsabfall in haushaltsüblichen Mengen
  • Öffnung für die gesamte Bevölkerung des Verbandsgebietes (mittelfristig wird eine Öffnung aller ASZ für alle BewohnerInnen der Steiermark angestrebt)

Betreuung und Service:

  • Kundenbetreuung durch professionelles und gut geschultes ASZ-Personal
  • einheitliches Erscheinungsbild und einheitliche Beschilderung
  • Abholservice oder Miet-Kleintransporter
  • getrennte Übernahme von re-use-fähigen Gütern
  • Betrieb eines ReUse-Shops im ASZ oder Kooperation mit einem externen sozialökonomischen Re-Use-Shop
  • Bereitstellen von Räumlichkeiten/Flächen für Repair-Cafes
  • Abfallberatung und Öffentlichkeitsarbeit

Sammelvielfalt, Sortiertiefe:

  • Neben dem Sammeln von Siedlungsabfällen sind die Gemeinden außerdem zur Sammlung von Problemstoffen, Elektroaltgeräten und Altbatterien verpflichtet.
  • Darüber hinaus sind die Gemeinden/AWV Partnerinnen der Sammel- und Verwertungssysteme zur Haushaltsverpackungssammlung.
  • Bezüglich Sortiertiefe wurde eine Sammel-/Fraktionsliste erstellt. Diese umfasst insgesamt rd. 90 Abfallfraktionen, von denen nicht alle verpflichtend in allen ASZ gesammelt werden müssen. In Ressourcenparks sollte - in Abhängigkeit der regionalen Erfordernisse - die Sammlung von etwa 80 Fraktionen gewährleistet sein. 

Bauliche Maßnahmen und Ausstattung: 

  • Ausreichend dimensioniert (Manipulationsflächen für KundInnen und Betriebspersonal, Trennung von Individualverkehr und Betriebsverkehr, Möglichkeit für zukünftige Erweiterungen);
  • überdachter Außenbereich mit Sägezahnrampe oder (bevorzugt) Boxen mit mindestens 15 Großcontainern;
  • Halle zur Sammlung von Altstoffen ("Recyclingcenter");
  • separater abgeschlossener Hallenbereich zur kontrollierten Problemstoffübernahme;
  • Problemstofflagerraum;
  • Hallenbereich und ggf. einen zusätzlicher überdachten Freibereich zur separaten Übernahme von re-use-fähigen Waren bzw. Abfällen;
  • Büro und Aufenthaltsräume;
  • Räumlichkeiten für Re-Use-Shop,
  • Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen (z.B. Repair-Cafes);
  • Ausstattung nach dem Stand der Technik (z.B. auch zielführende Nutzung moderner digitaler Medien)

Kooperationsmodelle - für den Betrieb von ASZ bzw. Ressourcenparks bestehen im Wesentlichen die folgenden Möglichkeiten:

  • Betrieb durch einzelne Gemeinden
  • Kooperation mehrerer Gemeinden
  • Betrieb durch einen Gemeindeverband / Abfallwirtschaftsverband
  • Betrieb durch einen ausgegliederten Rechtsträger im Gemeindeeigentum
  • Öffentlich-private Partnerschaften (ÖPP bzw. Public-Private-Partnership - PPP), Unterscheidung in PPP-Kooperationsmodell oder PPP-Betreibermodell
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