Thermische Abfallbehandlung
Anlagenstandorte in der Steiermark
Ergänzend zur mechanisch-biologischen Abfallbehandlung (MBA) erfolgt die thermische Behandlung von gemischten Siedlungsabfällen (Restmüll) in der Steiermark nach entsprechender Aufbereitung.
Grundsätzlich kann unterscheiden werden zwischen Anlagen die ausschließlich aufbereitete gemischte Siedlungsabfälle einsetzen, und Anlagen, die aufbereitete gemischte Siedlungsabfälle gemeinsam mit weiteren Abfällen, oder gemeinsam mit sonstigen Brennstoffen verwerten.
- z.B. Verbrennungsanlage der ENAGES in Niklasdorf (nur Einsatz von Abfällen), oder
- in industriellen und gewerblichen Mitverbrennungsanlagen (Einsatz von Abfällen als Zusatzbrennstoff), z.B. Zementwerk der Holcim (Österreich) GmbH.
Bei der Verbrennung von gemischten Siedlungsabfällen ist jedenfalls relevant, dass es sich um eine thermische Verwertung mit Nutzung der Abwärme (z.B. zur Stromerzeugung in Dampfturbinen, zur Einspeisung in Fernwärmenetze, zur Nutzung der Wärme in Industriebetrieben, etc.) handelt, und nicht um eine sogenannte Beseitigung der Abfälle ohne Nutzung der enthaltenen Energie bzw. der entstehenden Verbrennungswärme.
Anlagenstandorte
| Standortgemeinde |
Kapazität in t/a |
Betreiber |
| Bruck an der Mur |
252.000 |
Norske Skog Bruck GmbH |
| Niklasdorf *) |
131.000 |
ENAGES mbH. |
| Ehrenhausen (Zementwerk) |
80.000 |
Lafarge Perlmooser GmbH. |
*) Abfallverbrennnungsanlage (Monoverbrennung)
Tab: Thermische Abfallbehandlungsanlagen -
Datenquelle: Genehmigungsbescheide Stand 30.06.2026
Abfallverbrennungsanlage TRV Niklasdorf
Die Steiermark verfügt seit 1. Jänner 2004 mit der TRV Thermische Reststoff Verwertung Niklasdorf der Firma Energie- und Abfallverwertungsgesellschaft m.b.H (ENAGES) über eine Wirbelschicht - Verbrennungsanlage mit einer Jahreskapazität Ende 2017 von 139.600 Tonnen. In dieser Anlage werden Reststoffe aus der Aufbereitung von kommunalen, gewerblichen und industriellen Abfällen und Klärschlämme thermisch verwertet.
Durch die Abfallverbrennung in Niklasdorf werden in einem 40 Megawatt Wirbelschichtkessel Dampf und Strom für die unmittelbar angeschlossene Papierfabrik Brigl & Bergmeister erzeugt. Der Wirkungsgrad dieser thermischen Verwertungsanlage erreicht durch die Erzeugung von Strom und Abgabe von Prozesswärme Werte zwischen 75% und 80%.
Anlagen zur Mitverbrennung:
Unter Mitverbrennungsanlagen versteht man nach den Vorgaben der Abfallverbrennungs-Verordnung Anlagen, deren Hauptzweck in der Energieerzeugung oder der Produktion stofflicher Erzeugnisse besteht und
- in denen Abfall als Regel- oder Zusatzbrennstoff verwendet wird oder
- in denen Abfall im Hinblick auf die Beseitigung thermisch behandelt wird. Falls die Mitverbrennung derart erfolgt, dass der Hauptzweck der Anlage nicht in der Energieerzeugung oder in der Produktion stofflicher Erzeugnisse, sondern in der thermischen Behandlung von Abfällen besteht, gilt die Anlage als Verbrennungsanlage.
In der Steiermark ist ein Beispiel hierfür die Anlage zur Zementherstellung der Holcim (Österreich) GmbH. (In dieser Anlage dürfen jedoch nur aufbereitete Abfälle bestimmter Qualität eingesetzt werden. Unbehandelte gemischte Siedlungsabfälle (Restmüll) dürfen nicht eingesetzt werden.
Zur Aufbereitung von qualitätsdefinierten Ersatzbrennstoffen aus Siedlungsabfällen als auch aus gewerblichen Abfällen wurde am
Standort Retznei - in unmittelbarer Nachbarschaft zum Zementwerk der Firma Holcim - eine Brennstoffaufbereitungsanlage errichtet. Die von der Firma ThermoTeam projektierte, errichtete und betriebene Anlage ist die modernste Brennstoffaufbereitungsanlage Österreichs zur Herstellung von Ersatzbrennstoffen aus Abfällen und verfügt über eine Input-Kapazität von rd. 100.000 Tonnen pro Jahr.


