Biogasanlagen
Biologische Abfallbehandlung in der Steiermark
Vergärung: anaerobe Abfallbehandlung
In Biogasanlagen werden unter anderem
- Wirtschaftsdünger aus der Tierhaltung (Rinder- und Schweinegülle)
- landwirtschaftliche Produkte bzw. agroindustrielle Abfälle wie z.B. Körnermais, Maissilage, Schlempen, Nahrungs-, Genuss- und Futtermittel gemeinsam
- Küchen- und Speiseabfälle
verarbeitet. Diese Stoffe werden in Biogasanlagen vergoren und der Gärrückstand (Biogasgülle) kann, bei geeigneter Qualität, auf landwirtschaftliche Flächen als Dünger aufgebracht werden. Hierzu wird auf die
Richtlinie zum Sachgerechten Einsatz von Biogasgülle und Gärrückständen im Acker- und Grünland des Lebensministeriums hingewiesen.
Entscheidend für die Vergärung von Abfällen ist die Auswahl der zur Vergärung kommenden Abfälle, zumal z.B. mit Schwermetallen kontaminierte Abfälle in der Folge landwirtschaftliche Nutzflächen mit diesen Schwermetallen anreichern würden. Ergänzend ist sicherzustellen, dass der Gärrückstand hygienisch unbedenklich ist und keine erhöhte Keimzahl aufweist.
Das Biogas kann als universell einsetzbarer Energieträger entweder über Blockheizkraftwerke zur Erzeugung elektrischer Energie oder zur Erzeugung von Wärme (Fernwärme, Trocknungsanlagen) eingesetzt werden, oder mittels zusätzlicher Gasaufbereitung zu Biomethan aufbereitet werden und in das Erdgasnetz eingespeist werden.
Ende 2014 waren in der Steiermark 44 Biogasanlagen mit einer Verarbeitungskapazität von ca. 696.000 Tonnen pro Jahr in Betrieb.
In ca. der Hälfte aller Biogasanlagen gelangen Energiepflanzen (sog. „nachwachsende Rohstoffe") und Wirtschaftsdünger (vor allem Schweinegülle) zum Einsatz. Die andere Hälfte behandelt auch landwirtschaftliche Reststoffe sowie weitere biogene Abfälle aus dem Gewerbe (Nahrungs-, Genuss- und Futtermittelindustrie, Gastronomie, etc.). Die Behandlung von biogenen Siedlungsabfällen in Biogasanlagen spielt derzeit noch eine untergeordnete Rolle, ebenso die gemeinsame Behandlung von biogenen Abfällen mit kommunalen Klärschlämmen in den Faultürmen von Kläranlagen (sog. Co-Fermentation).

