Link zur Startseite Abfallwirtschaft

Fließschema - Verfahrensschritte

mechanisch-biologische Restabfallbehandlung

Abb.: vereinfachtes Fließschaema der mechisch-biologischen Abfallbehandlung © A14
Abb.: vereinfachtes Fließschaema der mechisch-biologischen Abfallbehandlung
© A14

Übernahmebereich

Über eine Brückenwaage wird bei der Abfallübernahme das Gewicht der angelieferten Abfälle erhoben. Weiters wird eine Eingangkontrolle aller Abfälle vor dem ersten Aufbereitungsschritt durchgeführt, bei dem schadstoffhaltige Bestandteile und Störstoffe entfernt werden.

Mechanische Aufbereitung

Die mechanische Aufbereitung in einer MBA-Anlage erfüllt unterschiedliche Anforderungen. Zur Herstellung einer deponiefähigen Fraktion hat die mechanische Aufbereitung das Ziel, die für die biologische Behandlung wenig geeigneten Stoffe herauszufiltern. Weiters muss die Einhaltung der Deponiebedingung (Brennwert < 6.600kJ/kg TM) für die Rottefraktion gewährleistet werden. Es werden dabei unterschiedliche Maschinen zur Sortierung, Zerkleinerung, Siebung und Sichtung der Abfälle eingesetzt.
  • Mechanische oder händische Vorsortierung
    Diese ist notwendig, um Störstoffe (sperrige Teile, Altholz, Steine), aber auch Wertstoffe (z. B. Altmetalle, Kunststoffe) bereits vor dem ersten Aufbereitungsschritt gezielt abzutrennen. 

  • Zerkleinerung
    Dieser Verarbeitungsschritt dient sowohl der Herabsetzung der Korngröße, als auch der Aufschließung des Materials, um es für darauf folgende Verfahrensschritte aufzubereiten. Die Zerkleinerung des Materials kann dabei durch Druck, Prall, Schlag, Schneiden oder Scheren erfolgen. Bei den Zerkleinerungsaggregaten in MBA-Anlagen wird zwischen schnell laufenden (Hammer- oder Prallmühlen, Zweiwellen-Schredder) und langsam laufenden (Einwellen- oder Zweiwellen-Schredder) unterschieden.

  • Fe- und NE-Metallabtrennung
    Der im Restmüll befindliche Eisen- und Nichteisenmetallschrott stellt einerseits ein Verwertungspotenzial dar, andererseits stört er aber den Aufbereitungsprozess und kann in den diversen Maschinen hohen Verschleiß verursachen. Aus diesem Grund werden Magnetscheider und Wirbelstromscheider eingesetzt, um diese Metalle herauszufiltern.

    Ein mit einem Elektro- oder Permanentmagneten versehenes Förderband hebt die magnetischen Bestandteile aus dem Materialstrom heraus und befördert diese in bereitgestellte Container. Die Magnete kommen sowohl zu Beginn des Aufbereitungsprozesses, als auch zusätzlich an späteren Stellen zum Einsatz.

    Um den Schrott aus Nichteisenmetallen auszusortieren, werden in MBA-Anlagen Wirbelstromscheider eingesetzt. In der Trenneinheit wird durch ein Magnetfeld in den NE-Metallteilchen ein elektrischer Wirbelstrom induziert, der proportional mit der Leitfähigkeit des Werkstoffes zunimmt. Auf die Metallteilchen im Magnetfeld wirkt dadurch die Lorentz-Kraft, welche die Teilchen in Förderbandrichtung schleudert. Nichtleiter fallen vom Band, da auf sie die Kraft nicht wirkt, ferromagnetische Stoffe haften am Band. 

  • Siebung
    Die Siebung dient im Wesentlichen der Sortierung in eine Grob- und Feinfraktion, da in den jeweiligen Fraktionen bestimmte Stoffe angereichert sind. Das für die biologische Behandlung bestimmte Material findet sich zum Großteil in der Feinfraktion, die heizwertreichen Stoffe in der Grobfraktion.

  • Sichtung
    Um die Zusammensetzung der heizwertreichen Fraktionen zu verbessern, werden Windsichter eingesetzt, die die Leichtfraktion aus dem Abfallgemisch heraustrennen. Beim Windsichten werden verschiedene Materialien mit Hilfe eines Luftstromes getrennt. Wichtig ist hierbei die stationäre Sinkgeschwindigkeit, welche abhängig ist von der Größe des Teilchens, seiner äußeren Form und der Dichte. 

  • Weitere mechanische Aufbereitungsaggregate
    Vor der biologischen Stufe einer MBA-Anlage können zum Beispiel Mischaggregate eingesetzt werden, etwa zur Vermengung von mehreren Materialströmen (Klärschlamm). 

Biologische Behandlung

Im Anschluss an die mechanische Stufe ist eine aerobe Behandlung aus Intensiv- und Nachrotte vorgesehen. Im Zuge des Rotteverfahrens wird die organische, biologisch verfügbare Substanz unter Luftzufuhr durch Mikroorganismen abgebaut bzw. zu langfristig stabilen organischen Verbindungen (Huminstoffen) umgebaut. 

Je nach Art der Umschließung und somit der Ablufterfassung wird zwischen verschiedenen Rotteverfahren unterschieden.

Die Bandbreite reicht dabei von völlig geschlossenen Verfahren bis hin zu offenen Verfahren unter freiem Himmel. In einer MBA-Anlage können auch unterschiedliche Systeme, z. B. ein geschlossenes System für die Hauptrotte und offenes System für die Nachrotte angewandt werden.

Hier kommen Sie zur aeroben Abfallbehandlung >>

Für den Inhalt verantwortlich: Christopher Schreiber
Ansprechpartnerin in der A14: DI Josef Mitterwallner

War diese Information für Sie nützlich?

Danke für Ihre Bewertung. Jeder Beitrag kann nur einmal bewertet werden.

Die durchschnittliche Bewertung dieses Beitrages liegt bei ( Bewertungen).