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Regionale Hintergrundbelastung

Auswirkung auf Erzeugung und Verwertung von Komposten

Problemstellung

Kompostanlage 
Kompostanlage

Systematische Untersuchungen von Komposten aus biogenen Abfällen zeigten regional zuordenbar auffällig erhöhte Konzentrationen an Problemmetallen. Insbesondere lagen im Bereich obersteirischer Anlagen Schwermetallkonzentrationen – speziell Nickel – auf einem höheren Niveau als in anderen Gebieten. Diese Befunde haben unter dem Aspekt strenger Anforderungen bzw. Kontrollen laut Kompostverordnung - BGBl II Nr. 292/2001 besondere Bedeutung, insbesondere für die Anwendung von Komposten in der Landwirtschaft bzw. im ökologischen Landbau. Schwankungen von Problemmetallgehalten ziehen gravierende Maßnahmen für Produktion und Verwertung nach sich und stellen die betroffenen Betriebe vor große wirtschaftliche sowie rechtliche Probleme.

Ziele des Projektes

  • Darstellung der Belastung von Einsatzmaterialien in Abhängigkeit vom Jahresgang sowie der Herkunft der Stoffe
  • Darstellung materialspezifischer Stoffflüsse sowie von Anreicherungseffekten bei der Kompostierung
  • Erörterung prozesstechnischer und logistischer Möglichkeiten zur Reduktion von Problemmetallen
  • Darstellung des IST-Zustandes der Qualitätssicherung auf den betroffenen Anlagen
  • Darstellung von unvermeidbaren Schwermetallbelastungen, Schaffung von Grundlagen für die bewertung von Problemmetallgehalten unter regionalen Gesichtspunkten

Schlussfolgerungen

  • Grundsätzlich treten Grenzwertüberschreitungen in Kompost bei den Elementen Nickel, Chrom, Kupfer und Zink auf, wobei im obersteirischen Bereich höhere Schwermetallniveaus gegeben sind. Keine der beprobten Anlagen kann mit Sicherheit Grenzwertüberschreitungen ausschließen, die Herstellung von Komposten gleichbleibender Qualität kann nicht gewährleistet werden.
  • Die Fremdüberwachung gemäß Kompostverordnung wird den verifizierten Problemen nicht gerecht, die Eigenüberwachung von Einsatzstoffen sowie Produkten ist gezielter zu betreiben.
    Die Qualitätssicherung entspricht grundsätzlich den Anforderungen der österreichischen Kompostverordnung, wird jedoch den Anforderungen an eine marktorientiert abgesicherte Produktion nicht gerecht. Dies betrifft die Eingangskontrolle ebenso wie die Produktkontrolle sowie die Kontrolle von Prozess und Logistik der Materialmanipulation.
  • Problematisch beim Einsatz sind nicht kontrollierte Zusatzstoffe, Qualitätsschwankungen beim Strauch-/Baumschnitt infolge eines Abbauprozesses während der Lagerung sowie unterschiedlicher Anteile von höher belastetem Feinkorn. Einen wesentlichen Einfluss auf die Qualität haben Störstoffanteile, deren Minimierung durch eine verbesserte Kompostaufbereitung bzw. einen gezielten Ausschluss von problematischen Einsatzmaterialien möglich ist.
  • Hinsichtlich einer regionalen Hintergrundbelastung ist festzuhalten, dass bei den Gehalten der Komposte an Chrom und Nickel ein signifikanter Unterschied zwischen Anlagen der südlichen und nördlichen Steiermark auftritt. Bei den Einsatzmaterialien überlagert die Streuung der Konzentrationen einen möglichen Effekt der Hintergrundbelastung. Es gibt auch Hinweise, dass der Rotteprozess über ein Immobilisierungspotential verfügt, das einen möglichen Einfluss regional bedingter Stoffbelastungen wesentlich überlagert.
  • Ein Einfluss von in der obersteirischen Region gewonnenem Streusplitt war nicht signifikant darstellbar.

Kontakt

Ansprechpartnerin in der FA19D: Dipl.-Ing. Dr. Angelika Stüger-Hopfgartner
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