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Beispiele

für chemisch- physikalische Abfallbehandlungsverfahren

Allgemein gesehen werden Abfälle bei der chemisch / physikalischen Behandlung durch chemische Umwandlungen entgiftet, bzw. es werden schadstoffhaltige Bestandteile separiert oder immobilisiert.

Je nach Art der zu behandelnden Abfälle unterscheidet man:
  • CPA- Anlagen (zur Behandlung anorganischer Stoffe)
  • CPO- Anlagen (zur Behandlung organischer Stoffe)

Zerkleinerungsanlage
Diese Art der mechanischen Behandlung dient aus abfallwirtschaftlicher Sicht zur Homogenisierung des Inputmaterials um die nachfolgenden Verwertungs- oder Entsorgungsschritte zu vereinfachen. Damit wird beispielsweise ein homogener, den Anforderungen einer Verbrennungsanlage entsprechender, "Brennstoff" erzeugt. Problematisch dabei ist, daß mit einer entsprechenden Eingangskontrolle sichergestellt werden muß, daß keine Störstoffe (auch Abfälle für die eine Zerkleinerung und Vermischung nicht zulässig wäre) im Inputmaterial enthalten sind.
Wesentlich dabei ist, daß sich der Verwertungs- / Entsorgungsweg für die verarbeiteten Abfälle vor und nach einer reinen Zerkleinerung nicht ändert.

Konditionierung
Bei Verarbeitung in einer Konditionierung sind aus abfallwirtschaftlicher Sicht folgende Punkte relevant:

  • Prinzipielle verfahrenstechnische Eignung der Inputmaterialien (keine reine Verdünnung bestimmter Abfälle).
  • Kein Einsatz von Abfällen, bei denen unzulässige Emissionen (Staub, Dämpfe) auftreten.

Eine Vermischung, ohne dabei ablaufende Reaktionen (z.B. Einbindung der Schwermetalle) ist nur dann zulässig, wenn sich dadurch die Entsorgungs- / Verwertungswege vor und nach der Konditionierung nicht ändern (z.B. Konditionierung für die thermische Verwertung). Bei Konditionierung zum Zwecke der nachfolgenden Deponierung darf der Grenzwert für die Deponiefähigkeit (Eluat) nicht durch reine Verdünnung (Massenverhältnis) erreicht werden. Diese Einschränkung entspricht den Forderungen des § 15 Abs 2 AWG 2002 (BGBl. I Nr. 102/2002 i.d.g.F).

Verdampferanlage
In einer Verdampferanlage erfolgt die destillative Trennung von z.B. Öl / Wassergemischen und Emulsionen. Dabei wird das Ziel verfolgt das anfallende Destillat entweder als Brauchwasser einzusetzen, oder zumindest die Grenzwerte für die Einleitung in den öffentlichen Kanal zu erfüllen. Eine weiterer Anwendungsbereich liegt in der Aufarbeitung von Chemikalien (z.B. Fotochemikalien).
Aus abfallwirtschaftlicher Sicht ist der Einsatz einer Verdampferanlage prinzipiell positiv zu sehen, da es ohne Einsatz von chemischen Spaltmitteln möglich ist, bestimmte Abfälle zur weiteren Verwertung aufzukonzentrieren. Im Idealfall könnten die bei der C/P Behandlung anfallenden Rückstände gänzlich eliminiert werden.

Organische Spaltung
Dabei erfolgt unter Einsatz von chemischen Spaltmitteln eine Auftrennung in verschiedene Fraktionen. Die dabei vorgenommene Trennung von beispielsweise Öl / Wassergemischen in Öl, Wasser und Feststoffe, mit dem Ziel die Ölphase als Energieträger zu nutzen, entspricht den abfallwirtschaftlichen Zielvorgaben (Einsatz von Abfällen zur Energiegewinnung).

Chemisch / physikalische Behandlungsanlage - anorganisch
Dabei erfolgt nach einer eventuell notwendigen Schwermetallfällung eine pH-Wert Einstellung (Neutralisation). Diese Behandlung ist aus abfallwirtschaftlicher Sicht nur für nicht stofflich verwertbare Abfälle sinnvoll.

Elektrolyse
Dabei ist es möglich ohne Chemikalieneinsatz bestimmte Stoffe zurückzugewinnen (Silber). Derartige rückstandsfreie Verfahren sind aus abfallwirtschaftlicher Sicht zu bevorzugen.

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