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Leitfaden für Recycler und Deponiebetreiber

Schritt 1: Allgemeine Informationen zur Qualitätssicherung

Geordneter Rückbau ist Voraussetzung für hochwertige Recycling-Baustoffe!

An die Gewinnung von Baurestmassen, welche nach entsprechender Aufbereitung zu Recycling-Baustoffen veredelt werden sollen, ist bereits auf der Abbruchbaustelle eine Vielzahl von qualitätssichernden Maßnahmen geknüpft. Basis für eine hohe Qualität ist der geordnete Rückbau.

Wichtigster Grundsatz dabei ist die getrennte Erfassung aller auf der Baustelle anfallenden Abfälle und deren Dokumentation.

Gemäß der Externe Verknüpfung Recycling-Baustoffverordnung ist vor Abbruch eines Bauwerks oder mehrerer Bauwerke im Rahmen eines Bauvorhabens, bei dem insgesamt mehr als 750 t Bau- und Abbruchabfälle ausgenommen Bodenaushubmaterial, anfallen, eine Schad- und Störstofferkundung als orientierende Schad- und Störstofferkundung durch eine Externe Verknüpfung rückbaukundige Person (ÖNORM B 3151) durchzuführen.

Mit dem Rückbau darf erst nach Erreichen des Freigabezustands begonnen werden. Die Bestätigung des Freigabezustandes hat im Auftrag des Bauwerbers durch eine rückbaukundige Person bzw. eine Externe Verknüpfung befugte Fachperson oder Fachanstalt zu erfolgen.

Für den weiteren Rückbau besteht ebenfalls eine Trennpflicht hinsichtlich der Hauptbestandteile. Dafür ist der Bauunternehmer und Bauwerber verantwortlich.

Diese Verpflichtungen sind für Bau- und Abbruchabfälle notwendig, da es auch durch den Einsatz aufwändiger Aufbereitungstechnologie meist nicht mehr möglich ist, qualitativ hochwertige Recycling-Baustoffe herzustellen.

Verfahrensübersicht des Rückbaus nach der ÖNORM B 3151Rückbau von Bauwerken als Standardabbruchmethode" ausgegeben am 1. Dezember 2014 - Externe Verknüpfung siehe Infoblatt.

Zulässige Abfallarten für die Herstellung von Recycling-Baustoffen:

SN. Sp. g/gn Abfallbezeichnung  Spezifizierung
 31220      Konverterschlacke  
 31407      Keramik 1)  
 31409      Bauschutt
 (keine Baustellenabfälle)
 
 31409  18    Bauschutt
 (keine Baustellenabfälle)
nur Mischungen aus ausgewählten Abfällen aus Bau- und Abrissmaßnahmen
 31410      Straßenaufbruch  
 31411  29    Bodenaushub 2) Bodenaushubmaterial mit Hintergrundbelastung
 31411  30    Bodenaushub 2) Klasse A1
 31411  31    Bodenaushub 2) Klasse A2
 31411  32    Bodenaushub 2) Klasse A2G
 31411  33    Bodenaushub 3) Inertabfallqualität
 31411  34    Bodenaushub Technisches Schüttmaterial, das weniger als 5% Vol-% bodenfremde Bestandteile enthält
 31411  35    Bodenaushub Technisches Schüttmaterial, ab 5% Vol-% bodenfremder Bestandteile
 31427      Betonabbruch 4)  
 31427  17    Betonabbruch  nur ausgewählte Abfälle aus Bau- und Abrissmaßnahmen
 31467      Gleisschotter  
 31498  10    schlackenhaltiger
 Ausbauasphalt
 
 31499  10    schlackenhaltiges
 technisches Schüttmaterial
 
 54912      Bitumen, Asphalt  
 91501  21    Straßenkehricht  nur Einkehrsplitt als natürliche Gesteinskörnung

1) Nur Ziegel (zB Fehlchargen) aus der Produktion

2) Nur mit grundlegender Charakterisierung gemäß DVO 2008 auf Basis einer analytischen Untersuchung und Einhaltung der entsprechenden Grenzwerte in untergeordneten Mengen als Mischkomponente zur technischen Verbesserung der Recycling-Baustoffe (insbesondere zur Ergänzung der Sieblinie)

3) Nur Gleisschottermaterial (inklusive Mischungen mit technischem Schüttmaterial aus dem Unterbau) oder Bodenbestandteile mit grundlegender Charakterisierung gemäß DVO 2008 auf Basis einer analytischen Untersuchung und Einhaltung der entsprechenden Grenzwerte in untergeordneten Mengen als Mischkomponente zur technischen Verbesserung der Recycling-Baustoffe (insbesondere zur Ergänzung der Sieblinie)

4) Auch Beton (zB Fehlchargen) aus der Produktion

Sonstige Abbruchmaterialien mineralischen Ursprungs,
wie Styroporbeton, Gips, Faserzement etc. sind für die Herstellung von Recycling-Baustoffen in der Regel nicht geeignet und müssen somit bereits bei der allerersten Erfassung der Abbruchmassen ausgeschleust werden.

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