Link zur Startseite Abfallwirtschaft

Abfallstrom - Klärschlamm

Behandlungs- und Verwertungswege des Klärschlamms

Die prozentuellen Anteile der einzelnen Verwertungs- und Behandlungswege am Gesamtaufkommen des  kommunalen Klärschlamms betrugen im Jahr 2007:

Abb. Klärschlammentsorgungs- und –verwertungswege, Stand: 2007 (Datenquelle: FA19A, Klärschlammdatenerhebung bei den kläranlagenbetreibern) 
Abb. Klärschlammentsorgungs- und –verwertungswege, Stand: 2007 (Datenquelle: FA19A, Klärschlammdatenerhebung bei den kläranlagenbetreibern)

Einsatz im Landschaftsbau

Die Verwendung von Klärschlamm im Landschaftsbau ist mit einem Anteil von 37 Prozent mengenmäßig am bedeutendsten. Darunter fällt die Verwendung von Klärschlamm zur Gestaltung oder Pflege von nicht landwirtschaftlich genutzten Flächen, wie z. B. Sportflächen und Straßenböschungen. Im Bereich Landschaftsbau darf Klärschlamm ausschließlich in Form von Kompost gemäß Kompostverordnung zum Einsatz gelangen.

Einsatz als Bodenverbesserungsmittel in der Landwirtschaft

Etwa ein Viertel des anfallenden Klärschlamms wird in der Landwirtschaft als Bodenverbesserungsmittel und zu Düngezwecken verwendet. Ca. ein Drittel des im Bereich Landwirtschaft eingesetzten Klärschlamms wird vor der Anwendung kompostiert; ca. zwei Drittel werden direkt, d.h. in Form von Nassschlamm oder entwässertem Schlamm, angewendet.

Nähere Informationen über die landwirtschaftliche Verwertung von Klärschlamm sind am Externe Verknüpfung Agrarserver des Landes Steiermark verfügbar.

Energetische Verwertung durch Verbrennung

22% des kommunalen Klärschlamms gelangen zur Verbrennung. Die dafür erforderlichen Klärschlammqualitäten hängen von der Art der Verbrennungsanlage (Abfallverbrennungsanlagen, Monoverbrennungsanlagen,  industrielle Mitverbrennungsanlagen) ab. Klärschlamm verbrennt klimaneutral und kann ab einem Trockenmassegehalt (TM) von 30% zur Mitverbrennung eingesetzt werden.

Um ein heizwertreiches Granulat zu erhalten und um Lager und Transportkosten zu verringern, erfolgt häufig vor der thermischen Verwertung eine Trocknung des Klärschlamms auf ca. 90% TM. Die Trocknung von Klärschlamm kann thermisch (durch fossile Brennstoffe oder Nutzung von Prozessabwärme) oder solar (durch Sonnenenergie) erfolgen. Der Heizwert des getrockneten Klärschlamms ist mit durchschnittlich 10.000 kJ/kg TM ähnlich dem Heizwert von Braunkohle. Sowohl getrocknete als auch nur entwässerte Klärschlämme werden daher in der Industrie als Ersatz für fossile Brennstoffe eingesetzt.

Foto Ing. Strassegger: Solare Klärschlammtrocknung 
Foto Ing. Strassegger: Solare Klärschlammtrocknung
Foto Ing. Strassegger: getrocknetes Klärschlammgranulat 
Foto Ing. Strassegger: getrocknetes Klärschlammgranulat

Deponierung

Nur mehr untergeordnete Mengen (5%) des kommunalen Klärschlamms werden deponiert. Auf Deponien darf Klärschlamm seit dem 1. Jänner 2004 nicht mehr direkt abgelagert werden. Die verpflichtende mechanisch-biologische Vorbehandlung des Klärschlamms erfolgt auf den Abfallbehandlungsanlagen (MBA) in Frohnleiten, Halbenrain und Allerheiligen.

Ansprechpartnerin in der FA19D: Mag. Dr. Ingrid Winter

War diese Information für Sie nützlich?

Danke für Ihre Bewertung. Jeder Beitrag kann nur einmal bewertet werden.

Die durchschnittliche Bewertung dieses Beitrages liegt bei ( Bewertungen).