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Pilotprojekt zur mechanisch-biologischen Restabfallbehandlung vor der Deponierung im Mürzverband

Deponieverhalten von mechanisch-biologisch vorbehandelten Abfällen - Modelldeponie Allerheiligen

Erstellt am: Institut für nachhaltige Abfallwirtschaft und Entsorgungstechnik (IAE) Montanuniversität Leoben; bearbeitet durch: Lorber, K.E.; Müller, P.; Novak, J.; Raber, G.

Auftraggeber: Amt der Steiermärkischen Landesregierung, FA19D - Abfall- und Stoffflusswirtschaft und Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, Abteilung II/3

Zusammenfassung

Die FA19D und das BMLFUW beauftragten 1998 das Institut für nachhaltige Abfallwirtschaft und Entsorgungstechnik mit der Errichtung der "Modelldeponie Allerheiligen". Die Leistungen umfassten die wissenschaftlichen Begleitung des Pilotprojektes zur mechanisch-biologischen Restabfallbehandlung vor der Deponierung und die detaillierte Untersuchung des Deponie-Langzeitverhaltens der Schwerfraktion einer mechanisch-biologischen Restmüll Behandlungsanlage (MBA).

Als Versuchsanordnung wurden vier umschlossene Großlysimeter (Versuchskompartimente) mit einer Grundfläche von 5 m x 5 m sowie einer Höhe von 3 m am Deponiestandort Allerheiligen/Mürztal errichtet. Die Kompartimente wurden mit vorbehandeltem Restabfall < 12 mm aus der am Standort Allerheiligen betriebenen mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlage befüllt, abgedichtet und anschließend mit einer 5 m hohen Schicht aus Grobkompost abgedeckt, um einen Einfluss der Umgebungstemperatur zu minimieren. Zwei der Kompartimente wurden während des Versuchszeitraumes durch Sickerwasserrückführung und Bewässerung unter feuchten Bedingungen, die anderen beiden ohne Wasserzufuhr betrieben.

Während des Versuchszeitraumes erfolgte eine kontinuierliche Messung der Gasqualität und Gasquantität sowie eine Aufzeichnung der anfallenden Sickerwassermengen. Nach einem definierten Beprobungsplan erfolgten laufende Messungen der chemischen Zusammensetzung der Sickerwässer (Ausnahme: Frühjahr 2000 bis Herbst 2001 – keine Messungen). Mit Ende der Versuche im Sommer 2003 wurden die Versuchskompartimente 1 und 2 geöffnet und das über fünf Jahre unter Deponiebedingungen (unterschiedliche Betriebsweisen) abgelagerte Material chemisch und physikalisch umfassend charakterisiert. Die Ergebnisse aus den Untersuchungen der Gasspendensummen zeigten deutlich, dass das über fünf Jahre unter Deponiebedingungen abgelagerte Material kaum mehr Gasbildungspotenzial besitzt. Es konnte eine Verringerung von 98 % des Gasbildungspotenzials festgestellt werden. Bei den Messungen der Gasqualität zeigte sich eine deutliche Reduktion des Methangehaltes von anfänglich 55 % auf ca. 20 %. Die Messwerte mit hohem Sauerstoff- bzw. Stickstoffanteil im letzten Versuchsjahr lassen auf das Eindringen von Umgebungsluft in die Entgasungssysteme der Versuchskompartimente schließen.

Die Atmungsaktivität des beprobten Feststoffs nach 4 bzw. 7 Tagen betrug nur mehr ein Drittel des Ausgangswertes, was eine wesentliche Komponente zur Stabilisierung des MBA-Materials darstellt. Der Brennwert (Ho) des beprobten Outputmaterials hatte den verordneten Grenzwert von 6.000 kJ/kg bzw. 6.600 kJ/kg (DVO 1996 i.d.g.F.) unterschritten, verringerte sich jedoch gegenüber dem Inputmaterial nur um etwa 10 %.

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